Unter den Straßen Wiens verbirgt sich eine zweite Stadt: Mauern römischer Häuser, uralte Kelleranlagen, Spuren von Soldaten, Händlern und Bewohnern des antiken Vindobona. Wie Archäologinnen und Archäologen diese verborgene Welt entdecken und welche überraschenden Geschichten sie erzählt, steht im Mittelpunkt der nächsten Hollabrunner Vorlesung.

Am Donnerstag, 19. März 2026, um 19 Uhr lädt die Historikerin und Archäologin Sophie Insulander ins Erzbischöfliche Seminar Hollabrunn zu einem spannenden Blick unter die Oberfläche der Stadtgeschichte ein. Unter dem Titel „Kellergeschichten und Künetten – Archäologische Forschungen in Vindobona/Wien“ berichtet sie von ihrer Arbeit an den archäologischen Spuren des römischen Wiens.

Dabei wird deutlich: Archäologie spielt sich nicht nur auf spektakulären Ausgrabungsstätten im Mittelmeerraum ab – auch mitten in einer modernen Großstadt können Bauarbeiten plötzlich Fenster in eine fast 2000 Jahre alte Vergangenheit öffnen. In Künetten, Kellern und Baugruben treten Mauern, Alltagsgegenstände und überraschende Hinweise auf das Leben im römischen Vindobona zutage.

Die Vortragende Sophie Insulander wurde 1994 in Sofia geboren und wuchs in Wien auf. Sie studierte Klassische Archäologie an der Universität Wien und nahm während ihres Studiums an einer Lehrgrabung in Ephesos/Selçuk teil. Ihre Masterarbeit widmete sie dem Thema „Prokonnesischer Marmor in der Architektur des kaiserzeitlichen Ephesos“. Praktische Erfahrung sammelte sie unter anderem im Wien Museum, am Centre National de Recherche Archéologique (CNRA) in Luxemburg sowie in wissenschaftlichen Projekten des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2019 arbeitet sie im Wien Museum, zunächst als kuratorische Assistenz im Department Archäologie und Geschichte bis 1500 – unter anderem an der Ausstellung „Archäologie in der ‚Alten Post‘. Ein Querschnitt durch die Stadtgeschichte“ – und seit 2020 im Department Geschichte.