Am Morgen des 13. Mai 2026 versammelten sich die zweiten Klassen bereits um 7.45 Uhr am Kirchenplatz. Pünktlich um 8.00 Uhr setzte sich der Bus in Bewegung. Das Ziel war kein geringeres als die ehrwürdige Römerstadt Carnuntum, einst ein neuralgischer Punkt am Donaulimes und Schauplatz weltgeschichtlicher Entscheidungen.

Carnuntum war über Jahrhunderte hinweg mehr als nur ein Militärlager. Hier kreuzten sich Handelswege, hier residierten Statthalter, hier tagten Kaiser. Wer heute durch das rekonstruierte Stadtviertel des Archäologischen Parks schreitet, bewegt sich gleichsam auf sedimentierter Geschichte – auf Schichten von Macht, Alltag und Kultur, die Europa nachhaltig geprägt haben.

Das eindrucksvolle 3D-Modell der einstigen Donaumetropole war Ausgangspunkt unserer Tour. Klassenweise wurden die Zweitklässler in Anwesenheit der Professoren Ackerbauer, Edhofer und Steinmair von 10.45 Uhr bis 12.30 Uhr durch den Archäologischen Park geführt.

Die rekonstruierten Häuser – mit funktionierenden Hypokaustenheizungen und detailgetreu ausgestatteten Räumen – vermittelten einen Eindruck vom urbanen Komfort, der hier vor nahezu zwei Jahrtausenden selbstverständlich war. Geschichte erschien nicht als abstrakte Jahreszahl, sondern als gelebte Erfahrung.

Das Wetter zeigte sich dabei in bemerkenswerter Ausgewogenheit: weder drückende Hitze noch strenge Kälte oder lästiger Regen betrübten die Exkursion. So wurde der 13. Mai 2026 für die zweiten Klassen zu einem Tag anschaulicher Geschichtserfahrung – einer Erfahrung, die zeigt, dass Vergangenheit nicht vergangen ist, sondern in Bauwerken, Begriffen und Denkformen bis in unsere Gegenwart hineinwirkt.